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Dank Corona arbeiten viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zur Zeit im Homeoffice. Eine Herausforderung für Führungskräfte und Mitarbeiter. Arbeitsabläufe müssen neu strukturiert und neue Kommunikationswege etabliert werden. Unter den Mitarbeitern herrscht Verunsicherung und Vorgesetzte können nur auf Distanz führen. Eine Herausforderung, die für alle Beteiligten nicht ganz einfach ist. Mit Vertrauen, klaren Zielen und einer konstruktiven Feedbackkultur gelingt die Führung auf Distanz.

 

Herausforderung „Führen von Mitarbeitern im Homeoffice“

Viele Führungskräfte sind es gewohnt durch die örtliche Nähe zu ihren Mitarbeitern das Gefühl zu haben, sie hätten alles unter Kontrolle. Sie überwachen jeden Schritt ihrer Mitarbeiter, sehen, wann wer kommt und geht, wie lange Pausen gemacht werden und wer statt zu arbeiten, im Internet surft oder private Telefonate führt. Diese Kontrolle ist von Mitarbeitern im Homeoffice nicht möglich. Sie wissen nicht mehr, ob Ihr Mitarbeiter wirklich brav vorm PC sitzt und seine Arbeit erledigt oder stattdessen lieber Netflix schaut oder Wäsche wäscht.

Auch für einige Mitarbeiter ist die neue Selbstorganisation nicht einfach. Sie sind es gewohnt, unter Kontrolle zu arbeiten, und müssen plötzlich eine neue Selbstdisziplin entwickeln. Andere wiederum sind dankbar, sich ihre Zeit frei einteilen zu können, nicht ständig beobachtet zu werden und arbeiten dadurch deutlich effizienter zu Hause.

Wie gehen Sie als Führungskraft mit dieser Situation um? Wie führen Sie Ihre Homeofficemitarbeiter erfolgreich durch die Coronakrise?

 

Vertrauen aufbauen

Vertrauen, ist eine wichtige Voraussetzung, damit die Führung auf Distanz funktioniert. Bringen Sie Ihren Mitarbeitern Vertrauen entgegen und denken Sie nicht gleich daran, Homeoffice würde nur ausgenutzt. Gehen Sie davon aus, dass auch Ihre Mitarbeiter ein Interesse daran haben, eine gute Leistung zu erbringen. Interessieren Sie sich für Ihre Mitarbeiter. Bauen Sie per Telefon oder noch besser Videokonferenz eine persönliche Beziehung auf und fragen Sie nach, was sie bewegt und wie es ihnen geht?

Gerade die jetzige Situation stellt für viele Familien eine Herausforderung dar. Nahezu 24 Stunden mit allen Familienmitgliedern zu Hause zu verbringen, birgt ein hohes Konfliktpotenzial. Die Doppelbelastung von Homeoffice und Homeschooling der Kinder bringt viele an ihre Grenzen. Es fehlen die sozialen Kontakte, insbesondere der Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen. Nicht zu vergessen sind auch die Risikopatienten, die in der ständigen Angst leben, sich anzustecken und schwer zu erkranken. Haben Sie ein Ohr auch für diese Sorgen.

 

Medienkompetenz stärken

Unterstützen Sie Ihre Mitarbeiter im Umgang mit den neuen Medien. Teammeetings per Telefon- oder Videokonferenz sind erst mal eine Umstellung. Es geht viel, vor allem non-verbale Kommunikation, gegenüber dem persönlichen Kontakt verloren. Die neuen Medien bieten aber auch tolle Möglichkeiten, trotz häuslicher Isolation mit den Kollegen im sozialen Kontakt zu bleiben und miteinander zu arbeiten.

 

Lesen Sie dazu meinen Artikel „Virtuelles Coworking – Teamwork auf Distanz“.

 

Führen mit SMARTen Zielen

Klare, eindeutige Ziele sind jetzt für Ihre Mitarbeitenden besonders wichtig. Setzen Sie für kurze Zeiträume (wöchentlich oder 14-tägig) SMARTe Ziele. Diese erleichtern Ihren Mitarbeitern die Selbstorganisation zu Hause und geben Ihnen die Sicherheit, dass die Arbeit erledigt wird. Machen Sie sich frei von Arbeitszeiten. Führen Sie über Ziele und nicht über Zeiten. Das ist grundsätzlich deutlich motivierender. Effiziente Mitarbeiter werden nicht für ihre schnelle Arbeitsweise bestraft. Weniger motivierte Mitarbeiter werden im Gegenzug angeregt, ihre Effizienz zu steigern, anstatt unnötige Überstunden zu produzieren.

 

 

Was sind SMARTe Ziele? 

Jeder Buchstabe im Wort SMART steht für eine Zieleigenschaft.

S = spezifisch, d.h. das Ziel ist eindeutig und präzise formuliert. Ihrem Mitarbeiter ist klar, was sie oder er zu tun hat.

M = messbar, die Erreichung des Ziels muss an einem Erfolgskriterium messbar sein. Bei quantitativen Zielen ist das einfach. Bei qualitativen Zielen müssen beide Seiten sich über die Qualitätsstandards zur Zielerreichung einig sein.

A = attraktiv, das Ziel sollte im besten Fall Spaß machen. Natürlich bereiten nicht immer alle Arbeiten Freude. Versuchen Sie, die Ziele Ihrer Mitarbeiter so attraktiv wie möglich zu gestalten. Dann ist die Wahrscheinlichkeit auch größer, dass diese mit Disziplin und in hoher Qualität erreicht werden.

R = realistisch, d. h. das Ziel muss in dem festgelegten Zeitraum auch erreichbar sein und dabei weder über- noch unterfordern. Sie müssen realistisch einschätzen, wie viel Sie von Ihren Mitarbeitern in der vorgegebenen Zeit erwarten können.

T = terminiert, wie bereits eingangs erwähnt, sollten Sie zur Zeit kurze Zielintervalle setzen, um Ihre Mitarbeiter bei der Selbstorganisation im Homeoffice zu unterstützen.

 

Am Ende des vereinbarten Zeitraums führen Sie mit Ihrem Mitarbeiter ein konstruktives Feedbackgespräch.

 

Konstruktive Feedbackkultur etablieren

Wie oft geben Sie Ihren Mitarbeitern ein konstruktives Feedback? Ist das in Ihrem bisherigen Führungsalltag häufig untergegangen? Dann nutzen Sie die außergewöhnliche Situation, um in Ihrem Team eine konstruktive Feedbackkultur zu etablieren. Feedback ist in Zeiten von Unsicherheit wichtig. Es schafft Transparenz und Vertrauen. Es geht nicht darum, dass Sie Ihre Mitarbeiter täglich in den Himmel loben, sondern um eine ehrliche und nachvollziehbare Rückmeldung, die Ihren Mitarbeitern signalisiert, wo sie gerade stehen. Ein „das hast Du gutgemacht“. Sagt nur wenig aus. Was hat der Mitarbeiter gut gemacht? Warum waren Sie mit ihr/ihm zufrieden? Ein konstruktives Feedback ist anhand von konkreten Beispielen für den Mitarbeitenden nachvollziehbar. Geben Sie das Feedback zeitnah, sodass sich alle Beteiligten noch an die Situation erinnern, um die es geht. Fördern Sie auch das konstruktive Feedback innerhalb Ihres Teams und nehmen Sie konstruktives Feedback Ihrer Mitarbeitenden Ihnen gegenüber dankbar entgegen.

 

Ich wünsche Ihnen und Ihrem Team, dass Sie gesund und erfolgreich die Krise meistern. Vielleicht gibt es auch positive Aspekte, die Sie für sich mitnehmen können.